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An
der ehemaligen Goldküste bestanden schon 1820 britische Handelsposten
und im Jahre 1874 wurde durch ein Abkommen mit dem Volk der
Fanti, zum Schutz gegen das mächtigere afrikanische Königreich
der Ashanti im Landesinneren, der Küstenstreifen zur britischen
Kronkolonie erklärt. Das Gebiet der Ashanti wurde im Jahre
1901 ebenfalls annektiert und unter die Verwaltung des britischen
Gouverneurs in Accra gestellt.
Die Unabhängigkeitsbewegung begann im Jahre 1947 konkrete
Formen anzunehmen, aber die Führer wurden verhaftet und erst
1952 wieder freigelassen. Kwame Nkrumah, der Vorsitzende der
Nationalbewegung CCP, der Convention People Party, wurde von
Gouverneur Arden Clark mit in die Regierung aufgenommen und
erster schwarzer Premierminister Ghanas.
Unter seiner Führung erreichte Ghana 5 Jahre später am 06.
März 1957 als erstes schwarzafrikanisches Land die Unabhängigkeit,
das gleichzeitig als Vollmitglied in das Commonwealth of Nations
aufgenommen wurde. Diese Mitgliedschaft besteht bis heute
fort.
Nach einer Phase wirtschaftlicher Fehlschläge, die zu vielen
Militärputschen in den Jahren 1966, 1972, 1978 und 1979 und
in Folge verfehlter Wirtschaftspolitik tief in die Schuldenfalle
führte, wurde ab 1981 unter der Leitung von Jerry Rawling,
einem Fliegerleutnant, der ebenfalls per Putsch an die Macht
gekommen war, mit Hilfe der Weltbank die Sanierung und Konsolidierung
der Staatsfinanzen in die Wege geleitet.
Seit 1992 hat Ghana eine demokratische Verfassung und die
4. Republik gilt als demokratisch gefestigt. Ungeachtet dieses
politischen Fortschritts zählt Ghana wirtschaftlich auch heute
noch zu den ärmsten Entwicklungsländern der Erde.
Die Arbeitslosigkeit ist mit 30 % sehr hoch. Wegen der geringen
Ansätze zur Industrialisierung ist Ghana ein Agrarland und
60 % der Bevölkerung lebt in und in der Landwirtschaft von
der s.g. Subsistenzwirtschaft und von der Fischerei als reine
Selbstversorger ohne Überschussproduktion.
Ca. 50 % der Bevölkerung muss mit einem pro Kopfeinkommen
von weniger als 300 Euro im Jahr auskommen. 20 % der Kinder
leiden immer noch an unter Unterernährung durch ungerechte
Verteilung der Nahrungsmittel. Die Einschulungsquote im Grundschulbereich
beträgt ca. 60 %.
Allein in Accra sollen ca. 30.000 Kinder obdachlos in den
Strassen der Hauptstadt leben.
Deshalb wurde von Kwasi Heiser, einem in Deutschland arbeitender
und lebender Ghanaer das Hilfsprojekt "Go for Ghana" gestartet,
Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs gesammelt und ein
40 Fuß - Container vollgepackt nach Ghana gesendet, um die
Waren an Bedürftige zu verteilen.
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